«Als ich verloren schien, da habt ihr mir den Weg gezeigt!» – Chelsea Manning

Whistleblowerin Manning wurde von Obama begnadigt und darf die Haft im Mai 2017 verlassen. (Bild: flickr@ torbakhopper)
Wenige Wochen nach ihrer Begnadigung richtet sich Whistleblowerin Chelsea Manning an die Menschen, die ihr geholfen hatten, am Leben zu bleiben.

Es sind schon fast sieben Jahre vergangen, seit Whistleblowerin Chelsea Manning – damals noch unter dem Namen «Bradley» – im Mai 2010 verhaftet worden war. Die Frau hatte über 25’000 geheime Dokumente des US-Militärs an die Öffentlichkeit gebracht und wurde deswegen zu 35 Jahren Haft verurteilt. Nach mehreren von ihr eingereichten, aber kläglich gescheiterten Gnadengesuchen, versuchte Manning während der Haft, sich das Leben zu nehmen. Der Suizidversuch misslang zwar, aber die psychische Lage Mannings wurde nicht wirklich besser.
Am 17. Januar 2017 war es dann endlich soweit: Präsident Obama begnadigte Manning und veranlasste, dass diese per 17. Mai 2017 aus dem Gefängnis entlassen werden sollte.

Einen ausführlicheren Bericht mit zusätzlichen Informationen zu Chelsea Mannings Verhaftung und zu ihrem Leben findest du übrigens hier:


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Obama verkürzt die Haftstrafe von Whistleblowerin Chelsea Manning

Danke
Nur wenige Minuten nach ihrer Begnadigung wurde Manning ins sogenannte «restrictive housing» verlegt. In einem öffentlichen Brief bedankte sich Manning bei allen jenen, die ihr in dieser dunklen Zeit geholfen hatten, am Leben zu bleiben und weiterzukämpfen.

In einem emotionalen Schreiben erläutert Manning die Beziehungen, die sie zu den Mitinsassen aufgebaut hatte, sie zählt die Dinge auf, die sie über sich selbst und über die Welt lernen durfte, und sie redet von ihrer «Familie», wenn sie an die Menschen denkt, die sie während der letzten sieben Jahren im Gefängnis kennenlernen durfte.

Das Wichtigste, das ihr mit auf den zukünftigen Weg gegeben wurde, sind laut Chelsea ganz klar das Schreiben und das Reden: «Früher konnte ich nichts als Notizen niederschreiben, mittlerweile formuliere ich jedoch schon so, wie es Menschen tun –  ich schreibe meine Träume nieder, ich hege Wünsche und ich schaffe Verbindungen.»

Aber sie hatte nicht nur das Schreiben gelernt, sondern auch die Geduld, das Mitgefühl und die Liebe kennengelernt. Chelsea Manning schloss das öffentliche Dankeschön an ihre Helfer mit den Worten «You will never be forgotten» ab. (Ihr werdet nie vergessen werden.)

Wer gerne den Originaltext ihres Schreibens lesen möchte, der kann dies HIER tun.

Ein altes Poster, das die Bevölkerung zur Hilfe an Mannings Freilassung auffordert. (Bild:flickr@ Exile on Ontario St)