Anonyme Petition fordert Ausschluss von Pink Cop an der Zurich Pride

Eine anonyme Petition verlangt den Ausschluss vom Verein Pink Cop an der Zurich Pride. (Foto: Pixxpower.ch, Renato Richina)
Eine anonyme Petition fordert den Ausschluss des Vereins Pink Cop von den Festlichkeiten rund um die Zurich Pride. Der Verein Zurich Pride findet dafür wenig Verständnis und beruft sich auf den integrativen Charakter der Veranstaltung.

Pink Cop, der Verein für homosexuelle und transgeschlechtliche Polizistinnen und Polizisten, soll nicht an den Festlichkeiten und am Umzug der Zurich Pride teilnehmen dürfen. Dies fordert eine Petition auf change.org, die gestern Donnerstag lanciert wurde, und verweist auf angeblich rassistisch motivierte Diskriminierungen durch die Polizei, sogenanntes Racial Profiling.

Da der Verein Zurich Pride mit ihrem Jahresmotto «No Fear To Be You» die Sicherheit von LGBT-Flüchtlingen ins Zentrum stelle, habe «die Polizei als Institution an einer Demonstration für die Rechte von LGBT-Geflüchteten nichts verloren.»

Wer hinter der Forderung steckt ist nicht klar, die Petition wurde anonym lanciert. Die Verfassenden werfen einheimischen Polizeikräften vor, Personenkontrollen bei Flüchtlingen aufgrund ihres Äusseren durchzuführen. «Dabei werden sie auch mal grob und unverhältnismässig behandelt und angefasst», steht in der Petition geschrieben. «Wird ihr Asylgesuch abgelehnt, werden sie durch die physische Kraft von Polizisten und Polizistinnen (und somit auch von Pink Cop) brutal ausgeschafft.»

Zurich Pride stellt sich hinter Pink Cop
Nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Petition distanzierte sich das Organisationskomitee der Zurich Pride von ihr und postete eine Stellungnahme auf seiner Facebook-Seite. Die Vorstandsmitglieder hätten kein Verständnis für die Forderungen der Petition und erachten sie als «grundfalsch». An der Pride seien alle Menschen und Vereine willkommen, welche die Werte der Pride für absolute Gleichstellung teilen.

«Dazu gehört auch der Verein PinkCop, der wichtige Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit für unsere Community und die Sicherheit von LGBT leistet», heisst es weiter. Die Teilnahme von Pink Cop widerspreche in keiner Weise dem diesjährigen Motto, im Gegentil. «Pink Cop engagierte sich für geflüchtete LGBT-Personen und nahm sie in ihrem Verein auf. Gerade dieses Engagement ist umso wichtiger, um auf beiden Seiten Sensibilisierungen zu schaffen und Vorurteile abzubauen.»


Die Stellungnahme der Zurich Pride scheint bei Mitgliedern der LGBT-Community anzukommen. Ihr Post wurde 23 Mal geteilt und erhielt über 120 Gefällt-mir-Angaben, die meisten darunter positive. Die Petition zählte bei der Veröffentlichung dieses Beitrags 36 Unterschriften.

«Gerade den Geflüchteten hilft es nicht, wenn mittels solchen Forderungen ein Verein wie Pink Cop, der wichtige Arbeit leistet, als böse und gefährlich hingestellt wird», sagt Alan David Sangines gegenüber der Mannschaft, der sich seit mehreren Jahren für Flüchtlinge engagiert. Als Vorstandsmitglied und Politverantwortlicher der Zurich Pride hatte er sich für das Jahresmotto eingesetzt. Ganz im Gegenteil könne eine Begegnung mit Pink Cop dazu genutzt werden, um negative Erfahrungen mit der Polizei zu thematisieren. «Pink Cop informiert, an wen man sich bei Übergriffen richten kann, und dass auch Geflüchtete Rechte haben. Wer also wirklich an das Wohlergehen der Geflüchteten denkt, setzt auf Dialog, statt Pauschalisierungen und Feindbilder»

Auf Anfrage von Mannschaft Magazin wollte sich der Verein Pink Cop nicht zur Petition äussern, da sie in erster Linie nicht an ihn gerichtet sei. «Wir freuen uns, wie jedes Jahr an der Zurich Pride mitmarschieren zu können und uns friedlich für Integration und Gleichstellung zu engagieren», sagt der Vereinspräsident Peter Sahli gegenüber der Mannschaft.

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