Küss mich, töte mich – Van Hansis im Interview zum Film

Am 9. Juni erschien «Kiss Me, Kill Me» auf DVD – ein Krimithriller über Liebe, Mord und Eifersucht in West Hollywood. Hauptdarsteller Van Hansis über die Zukunft von schwulen Filmen und TV-Serien.

Van, wie waren die Dreharbeiten zu «Kiss Me, Kill Me?»
Eine Mehrheit der Szenen findet nachts statt, also haben wir auch nachts gedreht. Vor allem in Los Angeles ist es billiger und einfacher, nachts zu filmen. Während drei Wochen hat unser Arbeitstag in der Dämmerung begonnen und bei Sonnenaufgang aufgehört. Das hat uns alle zusammengeschweisst.

Gale Harold spielt die Rolle deines ermordeten Freundes. Seit «Queer as Folk» gilt er als Schwulenikone. Wie war die Zusammenarbeit mit ihm?
Sehr angenehm, obwohl seine Dreharbeiten nur wenige Tage dauerten und ich daher nicht die Möglichkeit hatte, ihn näher kennen zu lernen. Er ist ein äusserst professioneller und intelligenter Schauspieler. Ihm war es sehr wichtig, sich in seine Rolle hineinzuversetzen und ihre Handlungen verstehen und nachvollziehen zu können.

Viele Elemente aus «Kiss Me, Kill Me» erinnern an Hitchcock und an das Neo-Noir-Genre. Das ist eher ungewöhnlich für einen Schwulenfilm.
Das war auch das Ziel der Drehbuchautoren. Es gibt viele schwule Thriller da draussen, aber ich habe noch keinen gesehen, der diesen speziellen Vibe versprüht. Der Kameramann hat irrsinnige Arbeit geleistet, um diese Stimmung einzufangen.

Filmposter zu «Kiss Me Kill Me».

Der Film konnte nur dank einer Crowdfunding-Kampagne finanziert werden, die über 100 000 US-Dollar generiert hat. Lassen Hollywood-Produzenten die Finger von Schwulenfilmen?
Filme und TV-Serien im Mainstream haben in den letzten Jahren grosse Sprünge gemacht, was die Integration von schwulen, lesbischen und transgeschlechtlichen Charakteren betrifft. Das Nachsehen haben Shows und Filme, die sich ausschliesslich um LGBT-Themen und -Charaktere drehen. Die Nachfrage ist da – das beweist die Tatsache, dass solche Filme unabhängig produziert werden. Die Absetzung der Serie «Looking» zeigt, dass hohe Einschaltquoten wichtig sind, und es ist fraglich, ob ausschliesslich schwule Serien solche erreichen können. Ich weiss nicht, ob es noch eine Serie wie «Queer as Folk» geben wird.

Eifersucht ist ein grosses Thema in «Kiss Me, Kill Me», aber auch in der Serie «Eastsiders», wo du ebenfalls die Hauptrolle gespielt hast. Bist du nun ein Experte auf dem Gebiet?
(Lacht) Es macht Spass, Eifersuchtsszenen zu spielen, gerade weil ich in einer langjährigen Beziehung bin und wir dieses Problem nicht kennen. Egal, welche Wünsche und Probleme man in einer Beziehung hat, es ist wichtig, offen darüber zu reden.

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