Dogplay – Wenn Männer zu Welpen werden

Als «Dogplayer» geniessen es Chris und Alex, in die Rolle eines Hundes zu schlüpfen. Die Mannschaft traf die beiden zum Interview – ein Gespräch über Erotik, andere Welten und das Gefühl, im Gehorsam die Freiheit zu spüren.

Alex war 16 Jahre alt, als er online auf das «Dogplay» stiess – ein erotisches Rollenspiel aus dem Fetischbereich, bei dem der eine Partner in die Rolle des Hundes schlüpft, während sein Gegenüber als Herrchen agiert. «Ich fand das unglaublich aufregend», sagt Alex. «Da war dieser Wow-Effekt! Ich fühlte mich wie ein kleines Kind, das zum ersten Mal durch Disneyworld spaziert oder den Europapark besucht.» Sein Interesse war geweckt, knapp zwei Jahre später probierte er die sexuelle Spielart zum ersten Mal selbst aus. Unterdessen ist der 24-Jährige in der Szene als «Pup Rusty» bekannt. Der Begriff «Puppy», englisch für Welpe, beschreibt zum einen junge und meist noch unerfahrenere Dogplayer. Zum anderen kann er auch für reifere «Dogs» stehen, die in ihrer Rolle bewusst mit dem Element des Alters spielen und sich wie Welpen verhalten.

«Verbotene» Faszination
Auch Chris bezeichnet sich als Welpe. Als Dreizehnjähriger hatte er sein Coming-out, bald darauf kam er im Internet mit dem Dogplay in Berührung. «Anfangs fand ich das pervers und abnormal, vor allem auch diese Masken», erzählt er. «Meine Ablehnung war aber wohl deshalb so heftig, weil ich merkte, wie stark es mich eigentlich anzog.» Der 23-Jährige wuchs in einem konservativ-katholischen Umfeld auf,  war lange hin- und hergerissen zwischen seiner Faszination für das Thema und dem Gedankengut, das ihm von der Familie vermittelt worden war. «Meine Homosexualität als solche war schon ein grosses Tabu. Und dann auch noch das Interesse für Dogplay!? Zu Beginn war das einfach zu viel.» Das Ganze liess ihn aber nicht mehr los, es habe ihn «verfolgt».

So kam es, dass Chris im Laufe der Zeit zunehmend in die Praktik hineinwuchs. Beim Sex übernahm er immer öfter den passiven Part, gleichzeitig verstärkte sich der Rollenspielaspekt. Richtig losgegangen sei es in den letzten zwei, drei Jahren. «Ich setzte mich vertieft mit dem Dogplay auseinander und kaufte mir auch die entsprechende Verkleidung.» Unterdessen trägt Chris eine Hundemarke, auf der sein Welpenname eingraviert ist. «Rocky», heisst er, und in der Szene will er auch so angesprochen werden. «Ausserhalb der Szene bin ich aber der Chris. Ich trenne die beiden Bereiche.»

Anzug und Maske müssen nicht immer sein: «Dogplay ist vor allem eine Kopfsache und kann auch ohne Verkleidung funktionieren», sagt Alex aka «Pup Rusty». (Bild: Patrick Mettraux)

Fast allein auf weiter Flur
Die Szene, sie ist verschwindend klein in der Schweiz. Von einer blühenden Dogplay-Kultur kann nicht die Rede sein. Chris und Alex kennen drei bis vier andere «Player» in der Deutschschweiz und ein paar weitere in der französischsprachigen Schweiz. «Mir steht es nicht zu, über andere zu urteilen», sagt Alex. «Aber ich denke, die meisten Schweizer haben Angst davor. Sie sind schüchtern und verstecken sich». Viele würden ihrem Verlangen nur im Ausland nachgeben, vor allem in Berlin. Dort findet alljährlich die «Folsom Europe» statt, die grösste Fetischparty Europas. «Es ist wahnsinnig, wie viele Schweizer ich dort jeweils antreffe.»

Schweiz: Kein Dogplay-Land
Aufgrund der geringen Zahl hiesiger Dogplayer ist es für Alex und Chris nicht einfach, ihre Vorliebe auszuleben. «Hier ist es eigentlich fast unmöglich, Rocky zu sein», sagt Chris. Ab und an hat er Glück und trifft online auf einen Master, der sich gerade auf der Durchreise befindet oder geschäftlich für ein paar Tage in der Schweiz verweilt. Ansonsten aber kann er sich eigentlich nur in Städten wie Mailand oder Berlin in die Rolle des Hundes begeben. Auch Alex wird in der Schweiz kaum je zu Rusty. Es seien schlicht zu wenige Leute da. Mit der App «Recon» existiert zwar ein Fetisch-­Pendant zu Grindr oder PlanetRomeo. Trotzdem gestalte sich die Suche nach einem passenden Herrchen schwierig, so Alex. Eine Erfahrung, die auch die Mannschaft machte. Trotz mehrerer Anfragen liess sich kein Master finden, der zu einem Interview bereit gewesen wäre.

Ganz zum Tier werden
«Dogplay ist etwas sehr Spezielles und dreht sich nicht ausschliesslich um Sex», erklärt Alex. «Es ist mehr als Schwanz rein, Schwanz raus, deshalb sagt es vielen nicht zu.» So nimmt vor allem «das Spiel» einen hohen Stellenwert ein. Ballwerfen etwa, Knochen und Stöckchen holen oder Kommandos üben. Sinn und Zweck ist es, sich wie ein richtiger Hund zu verhalten und menschliches Benehmen abzulegen.

«Dogplay dreht sich nicht ausschliesslich um Sex.»

So bewegen sich die «Hunde» auf allen Vieren fort, fressen und trinken aus dem Napf. Sie reden nicht, sondern kommunizieren mittels Körpersprache und Bellen. «Wenn mich mein Herr aber überhaupt nicht versteht, dann darf ich sprechen», stellt Chris klar. Für ihn liegt der Reiz unter anderem darin, für seine Folgsamkeit belohnt zu werden – in Form von Streicheleinheiten zum Beispiel. So ergeht es auch Alex: «Ich mag das Gefühl, während des Rollenspiels jemandem zu gehören. Ich warte auf die Befehle meines Herrchens und versuche, ihn glücklich zu machen.»

Nie alleine
Die Frage, ob sie auch am blossen Spiel interessiert seien, verneinen beide. «Für mich persönlich braucht es die Erotik», meint Alex, und auch Chris geht es um die Kombination beider Aspekte. Er erzählt von einem Treffen, bei dem fünf «Puppys» und zwei Herrchen aufeinandertrafen. «Die beiden warfen uns lediglich die Stöckchen zu, während wir Welpen miteinander rumtollten.» Ansonsten sei nichts gelaufen. «Da merkte ich: Für mich gehören der Sex und das vorangehende Spiel zusammen.» In der Natur der Sache liegt es auch, dass Dogplay stets ein Gegenüber erfordert. Erst die Interaktion mit der anderen Person mache es spannend, erklärt Alex. Und fügt lachend an, er koche nie für sich alleine Spaghetti Bolognese, «um sie dann aus dem Napf am Boden zu fressen.»

«Rocky» in Vollmontur: «Ich fühle mich frei, wenn ich in der Welpenrolle bin», sagt der 23-jährige Chris. (Bild: Patrick Mettraux)

Befreiende Wirkung
Für die beiden jungen Männer ist Dogplay das Eintrittsticket in eine andere Welt. «Warum lesen Menschen Bücher? Warum gehen sie ins Theater, wieso schauen sie Filme?», fragt Alex und gibt die Antwort gleich selbst: «Bei alledem geht es darum, für eine gewisse Zeit die Realität zu vergessen und in eine neue Sphäre einzutauchen.» Etwas anderes denken, allfällige Alltagssorgen einfach mal ablegen – das gelinge ihm am besten, wenn er Rusty sei, sagt Alex. Auf Chris wirkt Dogplay ebenfalls befreiend. Er erinnert sich, wie er in Vollmontur zum ersten Mal an die Leine genommen und vom Herrchen nach draussen gebracht wurde. «Es fühlte sich an, als ob ich endlich aus einem Käfig rausdurfte.»

Aufwendige Leidenschaft
Dass Chris und Alex dennoch relativ selten zu Rusty und Rocky werden, liegt nicht bloss daran, dass spielbereite Master meist mehrere Zug- oder Flugstunden entfernt leben. Der Hund – man verzeihe das Wortspiel – liegt auch woanders begraben: Zum einen gebe es zu viele «menschliche Dinge», die er gerne mache, sagt Alex. «Ich liebe es, tanzen zu gehen, am Computer zu zocken oder Freunde zu treffen.» Zum anderen sei es auch anstrengend, häufig in der Rolle zu sein, findet er. Vor allem die Verkleidung birgt ihre Tücken: «Grundsätzlich komme ich zwar gut mit den Anzügen zurecht, seien diese nun aus Neo­pren, Leder, Latex oder Gummi.

Allerdings schwitzt man sehr darin.» Auch Chris weiss aus Erfahrung, wie sehr das Tragen der Verkleidung fordern kann. «Einmal steckte ich an mehreren Tagen hintereinander im Anzug, jeweils stundenlang», erzählt er. «Mit der Zeit wurde mir übel, da der Gummi einen ganz eigenen Geschmack hat.» In der Folge entwickelte er eine Art Phobie gegenüber dem Fetischaufzug. Eine Abneigung, die er unterdessen wieder abgelegt hat. Ein weiterer Punkt: Die Pflege des Materials ist relativ aufwendig, die Anschaffung kostspielig. Nebst Halsband und Leine gehören auch Ganzkörperanzug, Maske und Ledergeschirr zur Grundausstattung. «Was mir noch fehlt, sind Fäustlinge», sagt Chris. «Diese erleichtern das Gehen auf allen Vieren.» Ein weiteres mögliches Accessoire ist der «Hundeschwanz». Dieser wird mittels Analplug angebracht, was nicht allen gleichermassen behagt. Für Chris «stellt er eine Hürde dar», für Alex liegt darin ein besonderer Reiz. «Er fühlt sich gut an und hilft mir dabei, mit der Rolle zu verwachsen.»

Kopfsache und Zeitfrage
Eins werden mit der Rolle – das funktioniere nicht auf Knopfdruck, finden beide. «Ich kann nicht einfach einen Schalter umlegen und sagen: So, jetzt bin ich devot, jetzt bin ich Rocky», erläutert Chris. «Der Moment muss passen.» Dabei hängt es auch von der anderen Person ab, ob Chris sich wohlfühlt und ins Spiel findet. Ganz ähnlich beschreibt es Alex.

«Ich kann nicht einfach einen Schalter umlegen und sagen: So, jetzt bin ich devot, jetzt bin ich Rocky.»

«Man muss Zeit haben, um in die Rolle zu kommen. Fetisch funktioniert nicht auf die Schnelle.» Dementsprechend plant er stets weit im Voraus und verabredet sich jeweils gleich für einen vollen Tag oder ein ganzes Wochenende mit anderen Spielern. Darüber hinaus sei das Ganze eine Kopfsache, erklärt Alex. « Wenn man mental noch nicht so weit ist und das Rollenspiel zulassen kann, dann bringt es nichts.»

Dominanz ohne Gewalt
Dogplay beruht auf dem Grundprinzip, dass der eine Partner Unterwürfigkeit demonstriert,
während der andere Dominanz ausübt. Hierbei das richtige Mass zu finden, kann eine Herausforderung darstellen. «Manchen Typen fällt es schwer, wirklich dominant zu sein. Sie machen sich zu viele Gedanken», sagt Alex. Andere wiederum hätten Mühe damit, die Grenzen einzuhalten und nicht in die Dynamik von «Meister und Sklave» abzurutschen, erzählt Chris. Diese Fetischvariante sei klar vom Dogplay zu trennen. «Es kann vorkommen, dass der Meister den wehrlosen ‹Sklaven› mit Schlägen bestraft. Mit Dogplay hat das nichts zu tun.» Auch Alex hat schon von Herrchen gehört, die das Konzept falsch verstünden und «zu schlagen beginnen». Das könne gefährlich werden.

Bild: Patrick Mettraux

«Dogs» als Unterkategorie
Es ist dies ein Punkt, auf den einschlägige Internetseiten bewusst hinweisen: Beim «Petplay» gehe es um «Spass und Lust, nicht aber um Gewalt», betont etwa die Interessengruppe «Pets and Owners» unter pets-de.org. Der Überbegriff «Petplay» steht für sämtliche Rollenspiele, bei denen einer der Partner in die Rolle eines Tieres schlüpft. Beliebte animalische Vorbilder sind nebst Hunden auch Katzen oder Ponys. Dabei nehmen devote Petplayer für gewöhnlich die Rolle jenes Tieres an, mit dessen typischen Charaktereigenschaften sie sich am meisten identifizieren können.

Starke Symbolik
Hunde zum Beispiel gelten als ausgesprochen loyal. Dementsprechend hat die Treue für gewisse «Puppys» einen hohen Stellenwert. Manche demonstrieren ihre Ergebenheit, indem sie den Namen ihres Herrchens auf einer Marke um den Hals tragen – und zwar immer, nicht nur während des Spiels. Das sei ein klares Zeichen, erklärt Chris. «Jeder Dogplayer weiss: Dieser ‹Hund› gehört schon jemandem.» Manche Dogs lassen sich auch Halsbänder aus Leder oder Stahlringe umlegen. Diese sind teilweise mit einem Schloss verriegelt, den Schlüssel besitzt nur der Meister. «Ich habe einige Kollegen in den Vereinigten Staaten», so Alex, «die das Halsband auch im Alltag tragen und damit zur Arbeit gehen.»

Auch Chris hat schon erlebt, wie ernst es manche mit der Treue nehmen. In Berlin machte er die Bekanntschaft eines amerikanischen Puppys. Sie kamen ins Gespräch und beschlossen, etwas trinken zu gehen. «Zuvor musste er aber seinen Herrn in San Francisco anrufen, um ihn um Erlaubnis zu bitten», erzählt Chris. Daraufhin habe das Herrchen dem Puppy eine Carte blanche erteilt und ihn für den gesamten Zeitraum seines Berlinaufenthalts «freigegeben». Sonst hätte er vor jeder Freizeitaktivität, vor jedem Treffen oder vor jedem Bar- und Clubbesuch erneut anrufen müssen, sagt Chris. «Der Master macht die Regeln, so ist das nun einmal. Totale Hingabe bedeutet, diese Regeln zu befolgen und dem Master ohne eigene Erwartungen zu begegnen.»

Die Herrchen-Hund-Beziehung könne mit einer monogamen Partnerschaft verglichen werden, findet Chris alias «Rocky». (Bild: Pattrick Mettraux)

Eine Art Monogamie
Im ersten Moment mag dies absurd und sonderbar klingen. «Das ist doch übermässig bindend und allzu verpflichtend!», will man rufen. Chris relativiert: «Wie viele Paare gibt es, bei denen der eine den anderen über seine Pläne zu informieren hat? Wie oft passiert es, dass es Streit gibt, weil der andere mit diesen Plänen nicht einverstanden ist? Wie häufig kommt es vor, dass man den Partner noch kurz anruft und fragt, ob es denn okay sei, wenn man spontan noch mit Freunden essen geht?» Das zeige, dass in den meisten Partnerschaften gegenseitige Besitzansprüche bestünden. Insofern könne man das Ganze durchaus mit einer monogamen Beziehung vergleichen, findet Chris. Dort sei die Idee ja auch, dass man sich treu sein müsste.

Und wie halten es Chris und Alex mit diesem Thema? Er sei ein «Streuner», sagt Alex und lacht. «Ich kann mir nicht vorstellen, mich nur einem einzigen Meister zu verschreiben». So bewegt er sich im täglichen Leben ohne Halsband, trägt dieses nur während des Spiels. Auch Chris «gehört niemandem», wie er es beschreibt. Er habe zwar einen Master in Berlin, mit dem er sich gerne treffe. «Wenn ich für ein paar Tage zu ihm gehe, dann legt er mir jeweils auch Stahl­ringe um Hals und Handgelenke.» Doch sobald Chris zurück in die Schweiz reist, endet auch das Rollenspiel. «Es bringt mir nichts, ein Dogplay-Verhältnis über diese Distanz aufrechtzuerhalten.»

Dogplay und Beziehung – getrennte Sphären
Vielmehr geniesst Chris den Alltag mit seinem Freund. Seit vier Jahren sind die beiden ein Paar, wohnen auch zusammen. «Unsere Beziehung war von Anfang an offen, noch bevor Rocky überhaupt geboren war», sagt Chris. «Die Öffnung der Partnerschaft ist also nicht das Resultat meiner Faszination für das Dogplay.» Es ist eine Faszination, die Chris’ Freund nicht teilt. «Zu Beginn habe ich noch versucht, das auch bei uns einfliessen zu lassen. Geklappt hat es nicht, mein Freund steht da überhaupt nicht drauf.» Eine Tatsache, über die Chris unterdessen froh ist. «Mit ihm kann ich mich auf ganz andere Dinge konzentrieren – die Hunde-­Herrchen-Dynamik würde nicht zu dem passen, was wir miteinander haben.» Zudem kenne er mehrere Puppys, die auf dem Dogplay eine Beziehung aufbauten. «Das hielt nie lange», so Chris. Er ist überzeugt, dass es auf Dauer wohl nur in den wenigsten Fällen funktioniere, wenn man «vom Rollenspiel in eine richtige Beziehung rutscht».

«Zu Beginn habe ich noch versucht, das auch bei uns einfliessen zu lassen. Geklappt hat es nicht, mein Freund steht da überhaupt nicht drauf.»

Alex lebt ebenfalls in einer offenen Beziehung, und auch sein Partner kann dem Dogplay nichts abgewinnen. «Zwischen uns sind Gefühle und Liebe im Spiel. Meinem Freund fällt es schwer, mich auf eine tiefere Stufe zu stellen», sagt er. Das Dopglay könne zwar auch sehr viel Liebe beinhalten. «Doch es ist eine andere Art von Zuneigung.»

Offenheit und Verständnis
Mit ihrer Faszination fürs Dogplay stossen Chris und Alex immer wieder auf Ablehnung. Alleine schon die Bekleidung rufe bei vielen Menschen negative Emotionen hervor, sagt Chris. «Manche finden das eklig, manche machen sich lustig, andere werden gar aggressiv.» Er hat zwar ein gewisses Verständnis für diese Reaktionen, weil es sich beim Dogplay um etwas Unbekanntes handle. «Ich war am Anfang ja auch alles andere als begeistert.» Gleichzeitig wünscht er sich, dass die Leute nicht nur experimentierfreudiger wären, sondern auch interessierter und offener im Umgang mit Ungewohntem.

«Manche finden das eklig, manche machen sich lustig, andere werden gar aggressiv.»

Das gelte insbesondere auch für die Schwulen selbst, findet Alex. An Gay-Partys ernte er immer wieder schräge Blicke, wenn er mal die Maske aufsetze oder Geschirr und Halsband trage. «Grundsätzlich ist es mir egal, was andere über mich denken.» Es fordere aber einiges an Charakterstärke, «eine Minderheit in der Minderheit» zu sein. Letztendlich sieht er es so: «Es soll doch jeder machen, was er will – solange man nichts Illegales tut.» Und überhaupt, man könne auch einfach mal «auf uns zukommen und ganz normal mit uns reden», sagt Alex lachend. «Wir beissen nicht.»

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