Volksbefragung zur Eheöffnung in Australien: Die Briefe sind unterwegs

Eheöffnung in Australien
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Die per Brief verschickte Frage lautet: „Soll das Gesetz geändert werden, damit gleichgeschlechtliche Paare heiraten können?” Nur jeder Dritte will an der Befragung teilnehmen.

Australien will per Volksbefragung klären, ob schwule und lesbische Paare heiraten dürfen. Die ersten Briefe dafür wurden am Dienstag verschickt. Bis Ende Oktober können nun etwa 16 Millionen Australier ihr Urteil fällen. Mitte November dann soll das Ergebnis bekanntgegeben werden. In einer aktuellen repräsentativen Umfrage vom Sydney Morning Herald sprechen sich 70 Prozent der Befragten dafür aus. Im Jahr 2005 lag die Zustimmung noch deutlich niedriger: Damals hatten sich 43 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer für die Eheöffnung ausgesprochen.

Das Ergebnis der „Briefwahl” ist für den Gesetzgeber allerdings nicht bindend. Das letzte Wort hat das Parlament. Diese Promis unterstützen die Ja-Kampagne.

Grund für die ungewöhnliche Abstimmung: Die Opposition blockiert die Pläne des konservativen Premiers Malcolm Turnbull für eine „richtige“ Volksabstimmung über die Ehe für alle. Labor und Grüne sind zwar dafür, ein Referendum lehnen sie aber ab. Die jetzige Befragung halten sie für überflüssig – und zu teuer. Die Kosten liegen bei etwa etwa 80 Millionen Euro.

Soll das Gesetz geändert werden, damit gleichgeschlechtliche Paare heiraten können?

Die in den Briefen gestellte Frage lautet: „Soll das Gesetz geändert werden, damit gleichgeschlechtliche Paare heiraten können?” Der Umschlag für eine Gratis-Antwort liegt bei.

Eheöffnung in Australien: Teilnahme an Abstimmung ist freiwillig
Die Beteiligung ist ungewiss. Anders als bei Wahlen und sonstigen Volksabstimmungen, an denen Australier teilnehmen müssen (sonst wird eine Geldstrafe fällig), ist die Teilnahme hier freiwillig. Nur jeder Dritte an, abstimmen zu wollen.

Wenn die Mehrheit Ja sagt, soll das Gesetz noch vor Jahresende verabschiedet werden. Ministerpräsident Turnbull hat bereits deutlich gemacht, dass er selbst dafür stimmen wird. Allerdings gibt es im konservativen Lager auch zahlreiche Gegner, etwa Turnbulls Vorgänger Tony Abbott. Beide Seiten versuchen mit großen Kampagnen, ihre Position durchzusetzen. Am Wochenende gingen allein in Sydney rund 40.000 Menschen für die Eheöffnung auf die Straße. Am 30. Juni wurde die Ehe in Deutschland geöffnet.