Reisen fernab vom Massentourismus

Unterwegs im Himalaya oder auf exotischer Safari: Pink Cloud bietet in 2018 und 2019 exklusive Kleingruppenreisen für Schwule und Lesben an.

Übernachten in westlichen Hotelketten, mit dem grossen Reisebus von der einen Sehenswürdigkeit zur nächsten hetzen und dabei im Touristenstrom untergehen. Das alles gibts bei Pink Cloud nicht. Das auf schwullesbische Erlebnisse ausgerichtete Reisebüro bietet seinen Kund_innen exklusive Kleingruppenreisen abseits der typischen Gay-Destinationen an.

Diese führen etwa zu den eindrücklichen Pagoden Myanmars, den dramatischen Felseninseln Vietnams oder zu den steinernen Monolithen Kolumbiens und werden mit mindestens sechs und maximal zwölf Teilnehmenden durchgeführt.

Das berühmte Deadvlei in Namibia. (Bild: Pink Cloud)

Den Horizont erweitern
«Hier handelt es sich nicht um die 08/15-Gruppenreise nach Florida», sagt Ray Fuhrer, Geschäftsführer von Pink Cloud, gegenüber der Mannschaft. «Diese Reisen sind explizit für Schwule und Lesben konzipiert, die ihren Horizont erweitern und ein anderes Land mit seinen Menschen und Kulturen kennenlernen möchten.»

Neben Myanmar, Japan, Vietnam und Kolumbien führt Pink Cloud auch Kleingruppenreisen nach Namibia/Botswana, Bhutan, Kuba und Südafrika durch – Länder, die Fuhrer bereits besucht hat und wärmstens empfehlen kann.

Ob sich unter diesen Ländern ein Geheimtipp befindet? «Das kann ich unmöglich sagen», sagt Fuhrer. Die ideale Destination hänge ganz vom Geschmack und den Bedürfnissen der Reisenden ab. «Wem die südamerikanische Mentalität gefällt, muss unbedingt Kolumbien besuchen. Das ist in meinen Augen das eindrücklichste Land Südamerikas.» Wer sich hingegen von der asiatischen Kultur angetan fühlt, dem sei die Reise nach Japan während der Kirschblütenzeit im April ans Herz gelegt. Gerade bei dieser Destination sei man mit den ortskundigen Guides bestens bedient, da die Bevölkerung nur über beschränkte Englischkenntnisse verfüge. Tierliebhaber kommen mit einer Safari in Botswana oder Südafrika auf ihre Kosten.


Überhaupt ermöglichen die Kleingruppenreisen ein Eintauchen in die örtliche Kultur, wie es bei Fernreisen nur selten der Fall ist. Man übernachtet in familiären Guesthouses, speist mit Einheimischen und erhält einen intimen Einblick in das Leben der Urbevölkerung, etwa den Guambianos in Kolumbien oder der Karoo in Südafrika. «Man wird mit offenen Armen empfangen», so Fuhrer. «Das sind Reisen, da schwärmt man noch Jahre lang davon.»

Auf Safari in Südafrika. (Bild: Pink Cloud)

Sicherheit steht an erster Stelle
Die Kleingruppenreisen geben zudem Einblick in die Kultur und Mentalität von Ländern, die man aufgrund der dortigen Rechtslage für Homosexuelle vielleicht nicht auf eigene Faust erkunden würde, wie zum Beispiel das Königreich Bhutan oder Namibia. Ray Fuhrer versichert, dass die Sicherheit der Teilnehmenden während des ganzen Aufenthalts gewährleistet sei und die Guides darüber informiert seien, dass es sich bei den Teilnehmenden um schwule Männer oder lesbische Frauen handle.

«Wir dürfen nicht vergessen, dass wir diese Destinationen nicht mit unseren Standards messen dürfen», sagt er und weist darauf hin, dass sich diese Länder in unterschiedlichen Stadien des demokratischen Prozesses befänden. Beispielsweise würden in Namibia viele Männer offen schwul leben, der entsprechende Paragraf im Strafgesetzbuh gegen Homosexuelle sei lediglich ein Relikt der Kolonialzeit und noch nie angewendet worden. «Es versteht sich aber von selbst, dass man die Gepflogenheiten der jeweiligen Länder respektiert und nicht Händchen haltend durch die Strassen zieht.» Das gilt übrigens nicht nur für homosexuelle, sondern auch für heterosexuelle Paare.

Obwohl die Reise nach Myanmar erst im Februar 2019 stattfindet, behalten Ray Fuhrer und sein Team bei Pink Cloud die aktuelle politische Situation im Auge: «Sobald wir die Sicherheit unserer Gäste nicht mehr verantworten können, sagen wir die Reise ab. Wir werden die Entwicklung in Myanmar weiterhin beobachten.»

Pink Cloud zieht um: Ab November 2017 ist das Reisebüro im PKZ Gebäude in der 3. Etage an der Bahnhofstrasse 88 zu finden.

Die Kleingruppenreisen im Überblick:
Mehr Informationen: www.pinkcloud.ch

Japan: die Kyoto Reise (all gay)
12- 25. April 2018 (14 Tage/13 Nächte)

Namibia & Botswana: die Caprivi Reise (all gay)
21 September – 3. Oktober 2018 (13 Tage/12 Nächte)

Bhutan: die Himalaya Reise (all gay)
14- 28. Oktober 2018 (15 Tage/14 Nächte)

Vietnam: die Halong Reise (all gay)
10 – 22. November 2018 (13 Tage/12 Nächte)>

Südafrika: die Garden-Route Reise (all gay)
18 – 29. November 2018 (12 Tage/11 Nächte)

Myanmar: die Mandalay-Reise (all gay)
3 – 15. Februar 2019 (13 Tage/12 Nächte)

Kolumbien: die San Augustín Reise (all gay)
23. Februar – 8. März 2019 (14 Tage/13 Nächte)

Kuba: Havanna Reise (all gay)
13. März – 27. März 2019 (15 Tage/14 Nächte)

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