Björk – Utopia

Worte für eine Platte wie Björks «Utopia» zu finden, ist eine Aufgabe, an der man selbst als erfahrener Musikredakteur schnell zu verzweifeln droht. Warum? Weil das Album derart originell, fragil und schön klingt, dass es schier unmöglich ist, ihm einzig mit Sprache gerecht zu werden.

Stattdessen muss man «Utopia» erleben. Tief darin eintauchen und die Möglichkeit nutzen, sich zwischen den disharmonisch- harmonisch angeordneten Noten zu verlieren. Trotz seines intergalaktischen Anstrichs wirkt das neue Album der Isländerin warm und organisch. Dies ist besonders dem Einsatz von Blasinstrumenten, behutsam eingestreuten elektronischen Elementen und zahlreichen Field Recordings (zum Beispiel Vogelstimmen oder fauchenden Raubtierlauten) zu verdanken. Sinfonie artig ergiessen sich die 14 Songs über den Hörer und lassen ihn mit einem seltsamen Gefühl zurück. Als habe er soeben einem übersinnlichen Wesen gegenübergestanden und sei allein von dessen Anmut erleuchtet worden. Schon lange ist Björk für viele der Inbegriff einer Ausnahmekünstlerin. Wieder und wieder wird sie als Vergleich herangezogen, um aussergewöhnliche Sängerinnen fern der herkömmlichen Standards zu beschreiben. Mit Nachdruck untermauert Frau Guðmundsdóttir auf «Utopia» diesen Ruf als Gottmutter der Alternativmusik und setzt Standards, an denen sich nur wenige messen können werden.

– Björk «Utopia», erschienen am 24. November 2017 (Embassy Of Music/One Little Indian)

Björks «Utopia» zu finden, ist eine Aufgabe, an der man selbst als erfahrener Musikredakteur schnell zu verzweifeln droht. Warum? Weil das Album derart originell, fragil und schön klingt, dass es schier unmöglich ist, ihm einzig mit Sprache gerecht zu werden." />