Israel lockert Blutspenderegeln für schwule Männer

Ab April 2018 dürfen in Israel schwule Männer genauso oft Blut spenden wie heterosexuelle Männer. Ein neues «Doppeltest-Verfahren» schliesst mögliche Infektionsrisiken aus.

Bis Mitte 2017 durften schwule und bisexuelle Männer in Israel nur dann Blut spenden, wenn sie seit 1977 keinen gleichgeschlechtlichen Sex mehr gehabt haben. Später verkündete das Gesundheitsministerium, dass Männer, die Sex mit anderen Männern haben, ein Jahr sexuell enthaltsam leben müssten, um Blut spenden zu dürfen.

Dies ändert sich nun durch ein sogenanntes «Doppeltest-Verfahren» – damit soll die Gefahr einer Ansteckung mit HIV oder anderen Geschlechtskrankheiten ausgeschlossen werden. Das gespendete Blut wird vier Monate lang eingefroren. Nach diesem Zeitraum wird der Spender nochmals auf Infektionskrankheiten getestet. Wenn er gesund ist, wird die Spende rückwirkend freigegeben.

Die neue Regelung soll laut Medien am 1. April 2018 in Kraft treten, ist zunächst auf zwei Jahre befristet und soll danach evaluiert werden.

Die Lockerung dieser Bestimmungen zur Blutspende soll eine Brücke zwischen dem Blutspende-Wunsch der LGBT-Gemeinde und der Sicherheit des Spenderbluts schlagen. Dies wird in einer Pressemitteilung der MDA («Magen David Adom»; Hilfsorganisation in Israel) erklärt.

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