ionnalee – Everyone Afraid To Be Forgotten

Kinder der Neunziger, die mit Eurodance und Techno aufgewachsen sind, dürften sich an ionnalees Debüt «Everyone Afraid To Be Forgotten» genauso erfreuen, wie all die kritischen Hipster, denen es nie speziell genug sein kann.

Jeder hat Angst davor, vergessen zu werden. Spätestens nach seinem oder ihrem Ableben. Und was tut der Mensch, um dem entgegenzuwirken? Er versucht, sich ein Denkmal für die Ewigkeit zu setzen. So auch die Sängerin und Performancekünstlerin Jonna Lee. Vor Jahren sorgte sie zusammen mit Claes Björklund und dem Projekt iamamiwhoami für virtuelle Furore, als die beiden mysteriöse, von kryptischen Codes begleitete Videos auf Youtube veröffentlichten. Es folgten drei von der Kritik gefeierte Konzeptalben, die allesamt als Teil eines audio­visuellen Gesamtkunstwerks zu verstehen sind.

Nach kurzer Pause kehrt Lee nun unter dem Pseudonym ionnalee allein ins Rampenlicht zurück. Ihr Solodebüt «Everyone Afraid To Be Forgotten» knüpft dabei allerdings nahtlos an die Sound­ästhetik von iamamiwhoami an und offeriert sage und schreibe fünf­zehn Stücke, die mit aller Macht den Verstand ihrer Zuhörer_innen einzunehmen versuchen. Von elektrifizierten Texturen durchdrungen und mit allerlei eingängigen Melodien versehen überzeugt das an vielen Stellen clubtaugliche Album durch seine unkonventionelle Ästhetik. Hinzukommen erwähnenswerte Gastauftritte von Jamie Irrepressible, Queer-Pop-Ikone TR/ST und Lees ehemaligem Partner Björklund, der mittlerweile unter dem Namen Barbelle seine Musik veröffentlicht.

– ionnalee «Everyone Afraid To Be Forgotten», erschienen am 16. Februar 2018 (To whom it may concern)