Trauriger Rekord: 324 Angriffe auf LGBTIQ in Berlin

Angriffe auf LGBTIQ
Stromkasten in Regenbogenfarben in Berlin (Foto: Kriss Rudolph)
Die häufigsten Vorfälle gab es dem schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo zufolge in Schöneberg mit seinem traditionellen schwulen Regenbogenkiez. Insgesamt wurden gegenüber 2016 wieder mehr Fälle registriert.

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat im vergangenen Jahr in Berlin insgesamt 324 Übergriffe und Gewalttaten gegen Homo- und Transsexuelle registriert. Die Delikte reichten von Beleidigungen (27 Prozent) über einfache und schwere Körperverletzung (31 Prozent), Nötigung und Bedrohung (25 Prozent) bis zu Raubstraftaten (14 Prozent), heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten neuen Maneo-Report für 2017. Gegenüber 2016 ist das eine Steigerung um 33 Fälle. Sichtbar werde aber nur die Spitze des Eisberges, erklärte Projektleiter Bastian Finke. Wie Opferhilfe verbessert werden kann, damit hat sich Ende 2017 eine von Maneo organisierte Tagung beschäftigt.

Die häufigsten Vorfälle gab es demnach wie in den Vorjahren mit 27 Prozent in Berlin-Schöneberg mit seinem traditionellen schwulen Regenbogenkiez, gefolgt von Tiergarten und Mitte mit je zwölf und acht Prozent sowie Kreuzberg und Neukölln mit je sieben Prozent. Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Übergriffe fanden Finke zufolge zu in der Öffentlichkeit statt, etwa auf der Straße, in Lokalen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

In 251 der registrierten Fälle richteten sich die Attacken gegen Schwule und männliche Bisexuelle, in 20 Fällen gegen Lesben und weibliche Bisexuelle. Bei weiteren 36 Übergriffen waren die Opfer Trans-Personen, 15 Fälle richteten sich gegen die Gruppe der LGBTIQ allgemein. Ingesamt hatte Maneo vergangenes Jahr 801 Hinweise auf Gewalttaten erhalten (2016: 659). Davon konnten 407 Fälle ausgewertet werden (2016: 353).

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