Berlin-Neukölln: Transfrau geschlagen und getreten

Berlin-Neukölln
Polizei Berlin (Symbolbild)
Die Zahl der Übergriffe gegen Mitglieder der LGBTIQ-Gemeinde in Deutschland hat sich im Vergleich mit 2016 kaum verändert - sie verharrt auf hohem Niveau: Binnen 15 Jahren haben sich die gemeldeten homo- und transfeindlichen Übergriffe mehr als versechsfacht.

Ein unbekannter Mann hat am Freitagabend im Berliner Stadtteil Neukölln eine Transfrau geschlagen, getreten und verletzt. Kurz vor 20 Uhr stand die 53-Jährige an der Bushaltestelle der Linie M41 in der Sonnenallee, als der Unbekannte auf sie zulief und ihr sofort mit der Faust gegen den Kopf schlug. Außerdem trat er ihr mit dem Fuß gegen den Kehlkopf.

Noch vor Eintreffen der alarmierten Polizisten entfernte sich der Schläger. Die Transfrau kam mit einer Kehlkopfverletzung zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt führt die Ermittlungen und Fahndung nach dem Unbekannten.

In der kommenden Woche stellt das Bundesinnenministerium die Statistik für homo- und transfeindliche Straftaten im Jahr 2017 vor. Nach Informationen der Mannschaft hat sich die Zahl der Übergriffe gegen Mitglieder der LGBTIQ-Gemeinde zum Vergleich mit 2016 kaum verändert – sie verharrt auf hohem Niveau. Wurden bis 2007 pro Jahr Fälle von Hasskriminalität aufgrund von sexueller Orientierung bzw. geschlechtlicher Identität in zweistelliger Höhe registriert, stieg die Zahl 2008 auf 110 Fälle (2007 waren es 63). Im Jahr 2016 lag sie schon fast dreimal so hoch: 316 Fälle. Fazit: Binnen 15 Jahren haben sich die gemeldeten LGBTIQ-feindlichen Übergriffe in Deutschland mehr als versechsfacht.

In der aktuellen Ausgabe der Mannschaft (Mai 2018) berichten wir, wie die Polizei u.a. in Hamburg und Brandenburg mit LGBTIQ-Ansprechpartnern Opfern von Straftaten zur Seite steht und Gewaltprävention betreibt.

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