Russische Queers brauchen Solidarität vor Fußball-WM

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Am Sonntag wird vor den diplomatischen Vertretungen Russlands u.a. in Berlin und München demonstriert. Damit soll u.a. auf die Verfolgung von schwulen, bisexuellen und trans Menschen in Tschetschenien aufmerksam gemacht werden.

Seit 2013 ist es in Russland Schwulen und Lesben landesweit verboten, öffentlich ihre Homosexualität zu thematisieren oder sie zu zeigen. Offiziell, um Minderjährige vor „Propaganda von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen“ zu schützen. Zur bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft nächste Woche warnt die britische Football Supporters Federation homosexuelle Fans in einer Richtlinie davor, sich allzu offen in Russland zu verhalten.

Nach mehreren Medienberichten sollen sogar die gefürchteten Kosaken für Wachdienste in den WM-Städten eingesetzt werden – sie gelten als gewaltbereit und brutal. „Wenn zwei Männer sich während der WM küssen, dann geben wir der Polizei Bescheid, damit sie darauf achten“, kündigte kürzlich deren Sprecher Oleg Barannikow an. Die paramilitärischen Kosaken wollen „traditionelle Familienwerte“ verteidigen.

Russische Queers benötigen sichtbare Zeichen der Solidarität

Im Vorfeld der WM fordert nun der Lesben- und Schwulenverband (LSVD), dass sich die deutsche Politik und der DFB eindeutig positionieren. Christian Rudolph aus dem Bundesvorstand sagte:

„Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert die deutsche Politik und den Deutschen Fußballbund (DFB) dazu auf, sich nicht nur mit der Weltmeisterschaft zu schmücken. Vielmehr sollte die Chance genutzt werden, auf die schwierige Menschenrechtslage in Russland und die Verfolgung und Ermordung von homosexuellen und transgeschlechtlichen Menschen in Tschetschenien aufmerksam zu machen. Russische Lesben, Schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen benötigen sichtbare Zeichen der Solidarität.“ Ein Besuch vor Ort sollte mit Treffen mit unabhängigen russischen Menschenrechtsorganisationen sowie den Besuch von Veranstaltungen des russischen LGBTIQ-Sportverbands verknüpft werden, fordert Rudolph. (Tatsächlich ducken sich immer noch zu viele deutsche Bundesliga-Vereine weg, wenn es um das Thema Homophobie geht.)

Am kommenden Sonntag um 14.00 Uhr laden die Queer Football Fanclubs, das Netzwerk der LGBTIQ-Fußballfanclubs, unter dem Motto #ToRussiaWithLove zu Demonstrationen vor den diplomatischen Vertretungen Russlands in Berlin, Bonn, Frankfurt, Leipzig und München ein. Der LSVD unterstützt diese Aktionen und ruft zur Teilnahme auf.

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