Wegen «Allah is gay»: Morddrohungen vor dem CSD Berlin

Allah is gay
Foto Facebook
Der Exil- Iraker wünscht sich, dass alle Leute so leben können, wie sie glücklich sind. «Und wenn einer Männer liebt und auch Allah – warum nicht?» Nun wird er bedroht.

UPDATE (27.7.) Am Freitagmorgen war die Kripo bei Amed. Er wird beim CSD Berlin Polizeischutz durch den LKA bekommen.

Amed Sherwan ist LGBTIQ-Aktivist, Blogger und „Ex-Muslim“, wie er auf seinem Facebook-Profil schreibt. Außerdem bezeichnet er sich als „Quotenausländer“ bei der Spaßpartei Die Partei in Schleswig-Holstein. Der aus Erbil stammende Iraker lebt in Flensburg und will am Samstag beim CSD in Berlin mitdemonstrieren. So weit, so gut.

Amed, der selber nicht schwul ist, hat sich vorgenommen, in der Hauptstadt für orientalische Diversity einzutreten. Der 19-Jährige schreibt auf Facebook:

„Ich kenne Ex-Muslime, die sich über schwule Muslime und lesbische Muslimas lustig machen. Sie lesen den Koran offensichtlich wie Fundamentalisten und nehmen ihn genauso ernst. Ich wünsche mir, dass Leute so leben können, wie sie glücklich sind. Und wenn einer Männer liebt und auch Allah – warum nicht?“

Morddrohungen wegen „Allah is gay“

Bei Muslimen kommt das nicht so gut an. Vor allem an der Botschaft „Allah is gay“ dürfte sich der Zorn entzünden. Die ersten Morddrohungen hat der Exil-Iraker schon bekommen, wie dieser von ihm gepostete Screenshot zeigt:

Allah is gay
Screenshot

Der Fall hat inzwischen die Politik erreicht. Marcel Luthe, FDP-Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses und innenpolitischer Sprecher seiner Partei, fordert in einem Brief an Staatssekretär Torsten Akmann (SPD): „Angesichts der jüngsten islamistisch motivierten An- und Übergriffe in Berlin bitte ich Sie, durch ausreichend Präsenz unserer Polizei für die Sicherheit aller Teilnehmer des CSD, aber besonders des Herrn Sherwan, Sorge zu tragen“, schrieb er am Mittwoch.

Allah is gay
Foto: privat

Bei Amed haben sich schon etliche Unterstützer gemeldet, die am Samstag aus Solidarität mit ihm laufen wollen. Trotzdem findet er die Idee mit dem Polizeischutz gut. Morddrohungen sind übrigens nichts Neues für ihn, sagt er gegenüber der MANNSCHAFT. Erlebt hat er sowas schon in den Räumen der Flüchtlingshilfe Flensburg, wo er als ehrenamt­licher Übersetzer tätig war. Dort beschimpfte man ihn als Ungläubigen und drohte: „Ich schneide dir den Kopf ab.“

Neu ist für ihn, so Amed, dass ihn so viele Drohungen erreichen.

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