Beim CSD Berlin: beleidigt, verletzt, beraubt

CSD Berlin
Foto: Kriss Rudolph
Während am Wochenende der 40. Christopher Street Day gefeiert wurde, wurden etliche Teilnehmer beraubt und beleidigt.

Während Berlin am Wochenende den 40. Christopher Street Day gefeiert hat, gab es rund um die Parade und danach mehrere Straftaten. So hat der Polizeiliche Staatsschutz beim LKA die Ermittlung zu einer Bedrohung mit homophoben Hintergrund aufgenommen. Bisherigen Ermittlungen zufolge befand sich ein 19-Jähriger Sonntagvormittag, gegen 10.50 Uhr, an der Freiherr-vom-Stein-Straße Ecke Innsbrucker Straße in Schöneberg, als er aus einem Auto heraus von einem Mann bedroht wurde. Der Unbekannte soll allein in dem Wagen gewesen sein und entfernte sich anschließend. Die Ermittlungen dauern an.

Am Samstagabend hatte eine Frau in Mitte eine gefährliche Körperverletzung, Beleidigung sowie eine Sachbeschädigung mit homophoben Hintergrund angezeigt. Laut Polizei befand sich die 28-Jährige gegen 19.40 Uhr am Eingang zum S-Bahnhof Brandenburger Tor, als eine Unbekannte an sie herantrat und sie zunächst homophob beschimpfte.

Mit Flasche ins Gesicht geschlagen
Dann zog die Frau am Revers der Beschimpften, wobei das Oberteil zerriss, und schlug ihr eine Flasche ins Gesicht. Anschließend flüchtete die Angreiferin über den Pariser Platz in Richtung Brandenburger Tor. Zuvor hatte die Unbekannte den S-Bahnhof Brandenburger Tor mit einer größeren Gruppe, bestehend aus Frauen und Männer, verlassen. Die Attackierte erlitt Kopfverletzungen, die ambulant behandelt wurden. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Berlin übernahm die Ermittlungen.

7 Handys und 2 hochwertige Kameraobjektive geklaut
Außerdem nahmen Zivilfahnder aus Berlin und München am Samstagnachmittag drei mutmaßliche Taschendiebe in Schöneberg vorläufig fest. Gegen 15.35 Uhr griffen die Zivilpolizisten zu und nahmen am Nollendorfplatz das Trio vorläufig fest. Zuvor hatten die Beamten vollendete und versuchte Taschendiebstähle bei der Parade zum 40. CSD beobachten können, wobei zwei Tatverdächtige agierten und die gestohlenen Gegenstände an den dritten mutmaßlichen Mittäter weiter gaben. In seinem Rucksack entdeckten die Fahnder sieben Handys und zwei hochwertige Kameraobjektive. Die Ermittlungen zu den Bestohlenen dauern an. Das Trio im Alter von 23, 33 und 35 Jahren kam zwecks erkennungsdienstlicher Behandlungen zur Gefangensammelstelle und wurde anschließend für das Taschendiebstahlskommissariat beim Landeskriminalamt Berlin eingeliefert.

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat im vergangenen Jahr in Berlin insgesamt 324 Übergriffe und Gewalttaten gegen Homo- und Transsexuelle registriert. Die Delikte reichten von Beleidigungen (27 Prozent) über einfache und schwere Körperverletzung (31 Prozent), Nötigung und Bedrohung (25 Prozent) bis zu Raubstraftaten (14 Prozent), heißt es im neuen Maneo-Report für 2017.

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