China will die taiwanesische Fahne an den «Gay Games» verbieten

Nur die wenigsten Länder der Welt anerkennen Taiwan als souveränen Staat, um die Wirtschaftsmacht China nicht zu verärgern. (Bild: Casino Connection, CC)
Die bevorstehenden «Gay Games» in Paris sind China ein Dorn im Auge. Die Regierung will nicht, dass der Inselstaat Taiwan unter seinem Namen und seiner Flagge auftritt.

Der Nachrichtenagentur AFP zufolge hat die französische Regierung die Veranstalter*innen der «Gay Games» in Paris kontaktiert und ihre Bedenken über die Teilnahme Taiwans geäussert. Offenbar wolle die chinesische Regierung die Teilnahme des Inselstaats unter seinem Namen und seiner Flagge verhindern.

China – zusammen mit einer Mehrheit der Staatengemeinschaft – anerkennt Taiwan nicht als unabhängiges Land, sondern bezeichnet die Insel als chinesisches Territorium. Um einen Konflikt zu vermeiden hat beispielsweise das Internationale Olympische Komitee IOC den Namen «Chinesisches Taipeh» konstruiert, um taiwanesische Athlet*innen an den Olympischen Spielen teilnehmen zu lassen.

Ob sich das Organisationskomitee der Gay Games in Paris für ein ähnliches Namenskonstrukt entscheidet ist noch offen.

Die taiwanesischen Athlet*innen der Gay Games wollen aber keine Kompromisse eingehen. «Wir werden bis zum letzten Moment kämpfen, um unsere Nationalflagge an den Gay Games zu schwenken», sagte Yang Chih-chun, Präsident der «Taiwan Gay Sports and Gay Development Movement Association», gegenüber der AFP. Er hofft, dass die Veranstalter*innen dem Druck Chinas standhalten können. «Wir sind zum Schluss gekommen, dass China sich bei der französischen Regierung beschwert hat.» Eine Einmischung der französischen Regierung in die Angelegenheiten Taiwans hätte sonst nicht stattgefunden.

Die Gay Games werden seit 1982 in einem Abstand von vier Jahren durchgeführt. Dieses Jahr findet die Austragung vom 4. bis 12. August in Paris statt.

Hongkong – ein chinesisches Territorium – wird 2022 als erste asiatische Stadt die Gay Games austragen. Für taiwanesische Athlet*innen wird es dann wohl unmöglich sein, unter ihrem Landesnamen teilnehmen zu können.

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