Gegen homophobes Bullshitbingo gibt’s jetzt Respektcheck

Respektcheck
Foto: Screenshot/ respektcheck.de
Die Seite respektcheck.de stellt kurze und leichtverständliche Antworten auf die gängigsten Vorurteile über LGBTIQ vor.

Die Palette an homo- oder transphoben Vorurteilen, Respektlosigkeiten und Hassbotschaften ist lang: Sätze wie „Homosexualität ist was aus dem Westen“, „Homosexualität verwirrt Kinder“ oder „Lesben sind keine richtigen Frauen“ gehören dazu. Gesellschaftliche Debatten und politische Auseinandersetzungen werden in Posts, Kommentaren und Diskussionen im Netz geführt – laut LSVD „oftmals mit Fake News und gezielter Hetze“. Viele scheuten sich nicht, ihren Hass lauthals zu verbreiten, trollen und kapern gezielt Kommentarthreads und rekrutieren gezielt für ihre menschenverachtende Hetze. Eine der „beliebtesten Zielgruppe“ seien Lesben, Schwule und trans Menschen, so der LSVD. (Das beklagt auch die Kirche.)

Darum hat der Bundesverband anlässlich des 40. Christopher-Street-Days in Berlin nun gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung am Montag das neue Projekt #Respektcheck vorgestellt. Ermöglicht wurde es von Volker Beck, der nach der Verleihung des Leo-Baeck-Preises sein Preisgeld spendete. (Volker Beck ist zu Gast der Mannschaft-Talkrunde am Dienstag im BKA-Theater.)

Mit #Respektcheck stellen die Amadeu Antonio Stiftung und der LSVD kurze und leichtverständliche Antworten auf die gängigsten Vorurteile über Lesben, Schwule und transgeschlechtliche Menschen zur Verfügung und bieten damit Unterstützung für die Auseinandersetzung im Netz und im Alltag.

Unterstützung für all diejenigen, die Vorurteilen und Hetze widersprechen und eine offene und demokratische (Netz)Gesellschaft verteidigen

Volker Beck sagte: „In einem Klima der gesellschaftlichen Polarisierung und Stimmungsmache begegnen wir Hass und Vorurteil mit Werbung für Achtung und Respekt. #Respektcheck bietet Unterstützung für all diejenigen, die Vorurteilen und Hetze widersprechen und eine offene und demokratische (Netz)Gesellschaft verteidigen.“

Anetta Kahane, Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung: „Ressentiments, Wut und Hass überschwemmen das Netz. Mit hate speech werden Grenzen des Sagbaren bewusst und kalkuliert in eine Richtung verschoben, die Beschimpfungen und Gewaltphantasien als „Mut zur Wahrheit“ feiern. #Respektcheck stellt sich dieser Entwicklung entgegen und ermutigt, sich einzumischen und Vorurteilen zu widersprechen.“

 

Manchmal fehlen einem die Worte
Jenny Renner, Mitglied im Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD): „Um Freiheit, Gleichheit und Respekt muss täglich neu gerungen werden. Und obwohl man absurden homosexuellen- oder transfeindlichen Vorwürfen, Klischees und Vorurteilen widersprechen will, fehlen einem vielleicht die Worte, die Informationen oder die Zeit, um angemessen zu reagieren. Hier hilft #Respektcheck.“

„Verstehen bedeutet zugleich, voreinander Respekt haben, und vor dem anderen kann nur Respekt haben, der vor sich selber Respekt hat.“, schrieb 1956 der Wissenschaftler und Rabbiner Leo Baeck, in dessen Gedenken der Preis vom Zentralrat der Juden jährlich verliehen wird.

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