Thailändische Regierung will registrierte Partnerschaften einführen

Die thailändische Hauptstadt Bangkok zählt zu den LGBTIQ-freundlichsten Städten Asiens. (Bild: iStock)
Bis September soll ein Gesetzesentwurf stehen, der gleichgeschlechtlichen Paaren in Thailand eine registrierte Partnerschaft ermöglicht.

Geht es nach der thailändischen Regierung, soll das Parlament schon im September über einen Gesetzesentwurf über eine rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren abstimmen. Dies gab Pitikarn Sitthidech, Vorsteherin des Departements für den Schutz von Rechten und Freiheiten, letzten Samstag gemäss thailändischen Medien bekannt.

Einzige Voraussetzung dafür sei die Zustimmung vom Justizminister Prajin Juntong, die als gesichert gilt. Es sei seine Absicht, eine rechtliche Anerkennung auf schnellstem Wege einzuführen, um LGBTIQ-Menschen in Thailand dieselben Rechte zu gewähren wie der Allgemeingesellschaft, so Pitikarn. Es sei ihm auch ein Anliegen, die Rechte von Menschen abzusichern, die in Thailand leben und im Ausland eine registrierte Partnerschaft abgeschlossen haben.

Für den Gesetzesentwurf wurden die Erfahrungen von Ländern wie Mexiko, Südafrika, Kanada, Australien und Grossbritannien berücksichtigt, die teilweise bereits über lange Erfahrung mit registrierten Partnerschaften verfügen. Das Gesetz soll ebenfalls ein Wegbereiter sein für eine mögliche Öffnung der Ehe in der Zukunft.

«Seit das Justizministerium in der Sache vorwärts gemacht hat, haben wir gutes Feedback von der LGBTIQ-Community erhalten», so Pitikarn. Ebenfalls sei eine Petition mit über 60’000 Unterschriften eingereicht worden, die sich für eine rechtliche Anerkennung aussprechen. «Ich glaube, dass viel mehr Menschen dieses neue Gesetz passiv unterstützen – die vielen, die ihre LGBTIQ-Identität noch nicht offengelegt haben.»

Thailand wäre das erste ostasiatische Land, das gleichgeschlechtliche Paare rechtlich anerkennt. Ein Gesetz zur Öffnung der Ehe in Taiwan befindet sich zurzeit in der Ausarbeitung.