Irlands Premier will mit Papst über LGBTIQ-Rechte sprechen

Weltfamilientag
Der Premier und der Papst (Foto: Fine Gael & Adobe Stock)
Bei dem Treffen in Dublin werden aber homofreundliche Organisationen nicht zugelassen. Dass die Kirche immer wieder betont werde, dass alle willkommen seien, sei nichts als ein PR-Slogan, kritisiert We Are Church Ireland.

Alle drei Jahre organisiert die Katholische Kirche einen Weltfamilientag, immer in einem anderen Land – mit Gottesdiensten, einer Papstmesse, Workshops, einem Kulturprogramm etc. Diesen Sommer ist das insgesamt fünftägige Treffen in Dublin. Wenn der Papst dort vom 25. bis zum 26. August zu Besuch ist, wird er den irischen Premierminister Leo Varadkar treffen. Der offen schwule Premier hat schon angekündet, er werde Papst Franziskus auch auf LGBTIQ-Rechte ansprechen.

Varadkar wurde kürzlich auf einer Pressekonferenz gefragt, was er zum Papst sagen werde, wo doch homosexuelle Paare durch einen Zensureingriff aus der Werbung für den Weltfamilientag getilgt worden waren. Varadkar antwortete, er wolle betonen, dass es verschiedene Familienformen gebe und dass dies auch gleichgeschlechtliche Eltern einschließe. Das sei die Ansicht Irlands „als Gesellschaft und als Regierung“, sagte er.

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Dieses lesbische Paar wurde aus der ersten Fassung der Broschüre getilgt (Foto: Screenshot)

Das Erzbistum Dublin hatte 2017 für die Vorbereitung auf das Weltfamilientreffen die Broschüre “Amoris: Let’s talk Family! Let’s be Family!“ veröffentlicht, in der u. a. ein lesbisches Paar zu sehen war. Teilnehmer wurden im Begleittext aufgefordert, „andere Gemeinschaften, in denen sich die Partner gegenseitige Unterstützung zukommen lassen“, nicht auszuschließen. Die Broschüre wurde nach Protesten neu veröffentlicht; sechs Bilder, die homosexuelle Paare oder Eltern zeigten, fehlten nun. Queere Verbände waren über die Änderung entsetzt.

Eine Chance für die Kirche

Dabei hatte der Bischof von Limerick, Brendan Leahy, noch im Oktober 2017 homosexuelle Paare ausdrücklich willkommen geheißen: „Wir leben in sich verändernden Zeiten, und auch die Familie ändert sich“, sagte er der irischen Zeitung The Independent. Es sei eine Chance für die Kirche, die ganze Bandbreite von Familie abzudecken. „Jeder muss sich im nächsten Jahr willkommen fühlen“, so Leahy.

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Mit diesem Schreiben werden Stände beim Weltfamilientreffen frei vergeben (Foto: Screenshot)

Daraus wird aber nun nichts. Denn beim Weltfamilienkongress werden LGBTIQ-Organisationen ausgeschlossen. Wie u. a. das Global Network of Rainbow Catholics Ende Juli mitteilte, habe man sich immer wieder dafür akkreditiert, einen Stand am Weltfamilienkongress aufzustellen, werde aber ignoriert. Auch die Anmeldung von We Are Church Ireland werde ignoriert, obwohl die Gebühr bereits gezahlt wurde, teilte die Organisation mit, die sich für eine Erneuerung der Kirche und u.a. für eine positive Bewertung von Homosexualität einsetzt. Stattdessen vergebe der Wetltfamilientag an bestimmte Gruppen freie Stände. Das zeige ein Schreiben, das ein Whistleblower der Organisation zugespielt habe, wie am Freitag bekannt wurde.

Man arbeite hier mit zweierlei Maß, kritisiert Brendan Butler, der Sprecher von We are Church. Dass vor dem Treffen in Dublin immer wieder betont werde, dass alle willkommen sind, sei ein Widerspruch und nichts als ein PR Slogan, so Butler.

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